Rotlichttherapie gegen Haarausfall: 7 Studien, ein klares Ergebnis

Haarausfall und Rotlichttherapie

Haarausfall, auch bekannt als Alopezie, ist ein weit verbreitetes Problem, das Menschen jeden Alters betrifft. Es kann durch verschiedene Faktoren wie genetische Veranlagung, Hormonungleichgewichte, Mangelernährung oder Stress verursacht werden. Eine vielversprechende Methode zur Behandlung von Haarausfall ist die Verwendung von Rotlichttherapie. Diese Therapie nutzt Licht mit einer bestimmten Wellenlänge, um die Durchblutung der Kopfhaut zu verbessern und das Haarwachstum zu fördern.

Was ist androgenetische Alopezie?

Die androgenetische Alopezie, auch bekannt als männlicher oder weiblicher Haarausfall, ist die häufigste Form des Haarausfalls bei Männern und Frauen. Es handelt sich um eine genetisch bedingte Erkrankung, die durch eine Überempfindlichkeit gegenüber männlichen Hormonen (Androgenen) verursacht wird.

Bei Männern beginnt die androgenetische Alopezie typischerweise mit einem zurückweichenden Haaransatz an den Schläfen und einer allmählichen Ausdünnung des Haars auf der Krone. Dies führt häufig zu einer Glatze am oberen Teil des Kopfes, während das Haar an den Seiten und am Hinterkopf erhalten bleibt. Bei Frauen ist das Haar auf der Oberseite des Kopfes normalerweise von der Ausdünnung betroffen, während das Haar an den Seiten und am Hinterkopf erhalten bleibt.

Die Symptome der androgenetischen Alopezie entwickeln sich normalerweise allmählich im Laufe der Zeit und können sich über viele Jahre hinweg verschlechtern. Die meisten Menschen bemerken einen Haarverlust erst im Alter von 30 bis 40 Jahren, aber es kann auch bei jüngeren Menschen auftreten.

Welche Rolle spielt dabei DHT?

DHT steht für Dihydrotestosteron, ein männliches Hormon, das durch die Umwandlung von Testosteron in der Haut und den Haarfollikeln gebildet wird. DHT ist ein wichtiger Faktor bei der Entstehung der androgenetischen Alopezie.

Menschen, die anfällig für Haarausfall sind, haben Haarfollikel, die auf DHT empfindlicher reagieren. Wenn DHT auf diese Haarfollikel trifft, kann es dazu führen, dass die Haarfollikel schrumpfen und sich ihre Lebensdauer verkürzt. Die Haare, die aus diesen Follikeln wachsen, werden allmählich dünner, bis sie schließlich ausfallen.

Welche weiteren Ursachen von Haarausfall gibt es?

Die mit Abstand häufigste Ursache von Haarausfall ist die androgenetische Alopezie. Jedoch gibt es noch weitere mögliche Gründe für Haarausfall. So können bei Frauen Hormonveränderungen im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Menopause oder der Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln zum Haarausfall führen.

Medikamente können ebenfalls zu Haarausfall führen, insbesondere bei Chemotherapie und Bestrahlung, die darauf abzielen, schnell wachsende Krebszellen zu zerstören, aber auch gesunde Zellen im Körper beeinträchtigen. Andere Medikamente wie Blutverdünner, Antidepressiva und Schilddrüsenmedikamente können ebenfalls Haarausfall verursachen.

Eine schlechte Ernährung kann auch zu Haarausfall führen. Ein Mangel an bestimmten Vitaminen und Mineralien wie Eisen, Zink und B-Vitaminen kann dazu führen, dass Haarfollikel geschwächt werden und Haare ausfallen. Eine ungesunde Ernährung mit viel Fett und Zucker kann auch zu Haarausfall führen, da sie den Körper mit entzündungsfördernden Verbindungen belastet.

Stress kann ebenfalls eine Rolle beim Haarausfall spielen. Wenn der Körper einem hohen Stress ausgesetzt ist, kann dies die Hormonproduktion beeinträchtigen und zu Haarausfall führen.

Schließlich können auch bestimmte Frisuren, die das Haar zu stark ziehen, wie Zöpfe oder eng anliegende Pferdeschwänze, zum Haarausfall beitragen. Diese Frisuren können die Haarfollikel beschädigen und zum Ausfallen von Haaren führen.

Generelle Tipps zur Behandlung von Haarausfall

Eine ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, Haarausfall zu reduzieren. Nährstoffe wie Eisen, Zink, Vitamin D und Vitamin B12 sind wichtig für das Haarwachstum. Eine Ernährung, die reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Proteinen ist, kann dazu beitragen, diese Nährstoffe aufzunehmen.

Es ist auch wichtig, das Haar sanft zu pflegen. Ein grober Umgang mit dem Haar kann dazu führen, dass es bricht und ausfällt. Es ist ratsam, das Haar vorsichtig zu kämmen und zu bürsten und Haarfärbemittel, Lockenstäbe und Glätteisen zu vermeiden, um das Haar nicht zusätzlich zu schädigen.

Es gibt auch verschiedene Medikamente, die bei der Behandlung von Haarausfall eingesetzt werden können. Finasterid ist ein Medikament, das zur Behandlung von Haarausfall eingesetzt wird, indem es die Umwandlung von Testosteron in DHT blockiert. Dadurch wird die Menge an DHT, die auf die Haarfollikel einwirkt, reduziert und der Haarausfall verlangsamt oder gestoppt. Minoxidil ist ein weiteres Medikament, das bei der Behandlung der androgenetischen Alopezie eingesetzt wird, indem es die Durchblutung der Kopfhaut erhöht und dadurch das Wachstum der Haarfollikel anregt.

Wenn der Haarausfall fortgeschritten ist, kann auch eine Haartransplantation in Betracht gezogen werden. Bei dieser Methode werden Haarfollikel von einem Bereich des Kopfes auf den betroffenen Bereich transplantiert.

Stress kann ebenfalls ein Faktor sein, der zu Haarausfall beiträgt. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation und Atemübungen können helfen, Stress abzubauen und somit auch den Haarausfall zu reduzieren. Rauchen kann ebenfalls das Haarwachstum beeinträchtigen und Haarausfall verursachen. Es ist daher ratsam, das Rauchen zu reduzieren oder ganz aufzuhören. Schließlich ist es auch wichtig, enge Frisuren wie Zöpfe, Pferdeschwänze und Dutt zu vermeiden, da sie das Haar schädigen und Haarausfall verursachen können. Es ist daher ratsam, diese Frisuren zu vermeiden oder nur gelegentlich zu tragen.

Wie Rotlichttherapie gegen Haarausfall helfen kann

Verbesserung der Durchblutung

Eine schlechte Durchblutung der Kopfhaut ist eine der Hauptursachen für Haarausfall. Durch eine verbesserte Durchblutung werden die Haarfollikel mit mehr Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, was das Haarwachstum stimuliert. Die Rotlichttherapie kann die Durchblutung der Kopfhaut verbessern, indem sie die Blutgefäße erweitert und den Blutfluss erhöht. Dadurch wird auch der Abtransport von Stoffwechselprodukten verbessert, die bei schlechter Durchblutung zu Haarausfall führen können.

Stimulation des Zellstoffwechsels

Die Haarfollikel sind auf eine ausreichende Energieversorgung angewiesen, um gesund zu bleiben und das Haarwachstum zu fördern. Die Rotlichttherapie kann die Energieproduktion der Zellen in den Haarfollikeln erhöhen, was dazu beiträgt, dass die Haarfollikel gesünder werden und das Haarwachstum angeregt wird. Durch die verbesserte Zellstoffwechselrate können auch andere Stoffwechselprozesse in den Haarfollikeln besser ablaufen, was ebenfalls zur Regeneration der Haare beitragen kann.

Reduktion von Entzündungen

Entzündungen der Kopfhaut können das Haarwachstum stören und Haarausfall verursachen. Die Rotlichttherapie kann helfen, Entzündungen zu reduzieren und somit das Haarwachstum zu fördern. Die Therapie kann die Produktion von entzündungshemmenden Zytokinen anregen, die die Entzündungsreaktionen reduzieren können.

Anregung der Produktion von Kollagen und Elastin

Kollagen und Elastin sind Proteine, die für die Gesundheit der Haare und der Kopfhaut wichtig sind. Die Rotlichttherapie kann die Produktion von Kollagen und Elastin anregen, was dazu beitragen kann, den Haarausfall zu minimieren und das Haar gesünder zu machen. Kollagen und Elastin verleihen den Haaren eine höhere Stabilität und Festigkeit. Eine Anregung der Produktion kann auch bei geschädigtem Haar helfen.

Hemmung von DHT

DHT (Dihydrotestosteron) ist ein Hormon, das für den männlichen Haarausfall verantwortlich ist. Die Rotlichttherapie kann dazu beitragen, die Wirkung von DHT auf die Haarfollikel zu reduzieren, indem sie die Produktion von DHT hemmt. DHT bindet an die Androgenrezeptoren in den Haarfollikeln und führt zu einer Verkürzung der Wachstumsphase. Durch eine Hemmung der DHT-Produktion wird die Wirkung des Hormons reduziert und das Haarwachstum wieder angeregt.

Regeneration von geschädigtem Haar

Geschädigtes Haar kann durch verschiedene Faktoren wie Chemotherapie oder durch Hitze- und Styling-Geräte geschädigt werden. Die Rotlichttherapie kann dabei helfen, geschädigtes Haar zu regenerieren, indem sie die Haarfollikel stimuliert und das Wachstum von gesundem Haar fördert. Die verbesserte Durchblutung, die Stimulation des Zellstoffwechsels, die Anregung der Produktion von Kollagen und Elastin sowie die Hemmung von DHT können alle dazu beitragen, dass geschädigtes Haar schneller regeneriert und gesünder wird.

Wie schnell kann die Rotlichttherapie gegen Haarausfall helfen?

Die Geschwindigkeit der Ergebnisse hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Art des Haarausfalls, der Schwere des Haarausfalls und der Häufigkeit der Anwendung der Rotlichttherapie.

Einige Studien haben gezeigt, dass es bei der Verwendung von Rotlichttherapie zur Behandlung von androgenetischer Alopezie einige Wochen oder manchmal auch Monate dauern kann, bis sichtbare Ergebnisse erzielt werden. In einer Studie wurde beispielsweise festgestellt, dass es bei männlichem Haarausfall etwa 17 Wochen dauerte, bis eine signifikante Verbesserung festgestellt wurde.

Es ist auch wichtig zu beachten, dass eine regelmäßige Anwendung der Rotlichttherapie erforderlich ist, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Es wird empfohlen, die Behandlung mindestens dreimal pro Woche für 20 bis 30 Minuten durchzuführen. Eine konsistente Anwendung ist der Schlüssel zur Verbesserung des Haarwachstums.

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Studien zum Thema Rotlichttherapie gegen Haarausfall

Im Folgenden haben wir einige in englisch verfasste Studien für Sie zusammengefasst. Klicken Sie auf den englischen Titel der Studie, um noch weitere Informationen zu erhalten.

Low-level laser therapy for the treatment of androgenetic alopecia in Thai men and women: a 24-week, randomized, double-blind, sham device-controlled trial

Diese Studie untersuchte die Wirksamkeit von Low-Level-Lasertherapie (LLLT) bei der Behandlung von androgenetischer Alopezie bei thailändischen Männern und Frauen.

Bei der Studie wurden 60 Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt wurden. Eine Gruppe erhielt LLLT und die andere eine Placebo-Laserbehandlung. Die Behandlungen wurden zweimal wöchentlich über einen Zeitraum von 24 Wochen durchgeführt.

Die LLLT-Gruppe erhielt eine Behandlung mit einem Gerät, das aus 50 Dioden-LEDs bestand, die eine Wellenlänge von 630 bis 670 nm abgaben. Die Teilnehmer trugen das Gerät für 25 Minuten pro Sitzung auf dem Kopf. Die Placebo-Gruppe erhielt eine Behandlung mit einem Gerät, das äußerlich identisch aussah, jedoch keine echte Laserbehandlung abgab.

Die Wirksamkeit der Behandlung wurde anhand von Messungen der Haardichte, Haardicke und der subjektiven Beurteilung der Teilnehmer beurteilt.

Ergebnis der Studie: Haardichte und -stärke hat signifikant zugenommen
Linkes Diagramm: Veränderung der Haardichte bei Anwendung der LED Kopfbedeckung (blau) und des Placebo-Geräts (rot); rechtes Diagramm: Veränderung der Haarstärke. Quelle: https://link.springer.com/article/10.1007/s10103-018-02699-9

Die Ergebnisse zeigten signifikante Verbesserungen bei den Teilnehmern, die LLLT erhielten, im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Die Haardichte und -stärke nahmen signifikant zu, während der Haarausfall signifikant abnahm. Die Teilnehmer der LLLT-Gruppe berichteten auch über eine Verbesserung ihrer Haarqualität und eine Verringerung der Kopfhautreizungen.

Vorher / Nachher Bild zeigt, dass die 
 Haardichte signifikant zugenommen hat
Haardichte nach Anwendung der Rotlichttherapie von vier verschiedenen Personen in Woche 0 und Woche 24. Quelle: https://link.springer.com/article/10.1007/s10103-018-02699-9


Novel Approach to Treating Androgenetic Alopecia in Females With Photobiomodulation (Low-Level Laser Therapy)

Weitere beeindruckende Ergebnisse wurden 2017 in einer klinischen Studie an Frauen mit androgenetischer Alopezie erzielt. Eine Gruppe von Frauen im Alter von 18 bis 60 Jahren erhielt 17 Wochen lang jeden zweiten Tag eine Rotlichtbehandlung, während die Kontrollgruppe eine Scheinbehandlung erhielt. Bei den behandelten Teilnehmerinnen nahm die Anzahl der Haare im Vergleich zu den scheinbehandelten Kontrollteilnehmerinnen um 51 Prozent zu.

Low-level laser therapy as a treatment for androgenetic alopecia

Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2017 analysierte 11 Studien zu Rotlicht als Behandlung für Haarausfall aufgrund von androgenetischer Alopezie. Diese Studien umfassten insgesamt 680 Teilnehmer (444 Männer und 236 Frauen). Neun der 11 Studien ergaben statistisch signifikante Verbesserungen bei der Haaranzahl, der Haarstärke und der Haardichte sowohl bei Männern als auch bei Frauen nach der Behandlung mit Rotlicht.

Efficacy of non-surgical treatments for androgenetic alopecia: a systematic review and network meta-analysis

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2018 untersuchte 22 Studien zu androgenetischer Alopezie, in denen die Rotlichttherapie mit anderen gängigen Behandlungen gegen Haarausfall verglichen wurde, darunter auch mit den besten nicht-chirurgischen Behandlungen. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass die Rotlichttherapie eine signifikant größere Wirkung bei der Behandlung von Haarausfall hat, ohne dass Nebenwirkungen auftreten.

The growth of human scalp hair in females using visible red light laser and LED sources

An einer Studie aus dem Jahr 2014 nahmen 42 Frauen zwischen 18 und 60 Jahren mit androgenetischer Alopezie teil. Die Behandlungsgruppe erhielt 60 Tage lang täglich 25-minütige LED-Rotlichtbehandlungen. Die Kontrollgruppe erhielt eine Scheinbehandlung. Am Ende der Studie war der Haarwuchs in der Behandlungsgruppe um 37 Prozent stärker als in der Kontrollgruppe, und bei keiner der Teilnehmerinnen traten unerwünschte Nebenwirkungen auf.

Gestiegene Haardichte nach Anwendung der Rotlichttherapie
Die Anzahl der Haare bei Proband A betrug 153 zu Behandlungsbeginn und 221 nach der Behandlung. Bei Proband B lag die Haaranzahl bei 108 zu Behandlungsbeginn und 209 nach der Behandlung. Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4265291/



Quantitative proteomic analysis of dermal papilla from male androgenetic alopecia comparing before and after treatment with low-level laser therapy

Eine Studie aus dem Jahr 2019 untersuchte Männer mit androgenetischer Alopezie und stellte fest, dass die Rotlichttherapie die Funktion der dermalen Papillenzellen verbesserte. Diese braucht man unbedingt, damit neue Haare wachsen können. Dermale Papillenzellen regulieren nämlich die Bildung von Haarfollikeln – den „Haarfabriken“ in der Haut – und steuern den Wachstumszyklus der Haare.

Die Teilnehmer wurden 24 Wochen lang jeden zweiten Tag mit 25-minütigen Rotlichtsitzungen behandelt.Am Ende der Studie verglichen die Forscher biopsiertes Kopfhautgewebe von Patienten mit androgenetischer Alopezie vor und nach der Behandlung. Ihre Analyse ergab einen statistisch signifikanten Anstieg der Proteine, die auf eine verbesserte Funktion der dermalen Papillenzellen hinweisen. Die Forscher unterstützen daher die Vorteile der Rotlichttherapie bei der Behandlung von androgenetischer Alopezie.

Efficacy and Safety of a Low-Level Light Therapy for Androgenetic Alopecia: A 24-Week, Randomized, Double-Blind, Self-Comparison, Sham Device-Controlled Trial

An der Studie nahmen 100 Männer mit androgenetischer Alopezie teil. Die Teilnehmer erhielten 24 Wochen lang drei 30-minütige Low-Level-Laserbehandlungen pro Woche auf einer Seite des Kopfes und eine Scheinbehandlung auf der anderen Seite des Kopfes. Die behandelten Bereiche wiesen eine signifikant höhere Haardichte und Haaranzahl auf als die unbehandelte Seite, und es wurden keine unerwünschten Nebenwirkungen beobachtet.

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